Ein Hoch auf die gefühlte Ladezeit

tempa wrote this 09:30:

Es tut gut, wenn man seine unwissenschaftliche, gefühlte Expertenmeinung durch Feldversuche bestätigt sieht:

Unser interface ingeneering: The Truth About Download Time

Anhand meines eigenen Surfverhaltens, bei dem ich sehr häufig die Geduld aufbringe auch einmal länger auf eine Site zu warten, nahm ich noch nie die 8 Sekunden-Regel so genau. Nichts desto trotz freute ich mich, wenn meine Sites in Download-Test wahre Spitzenzeiten erreichten. Meist aber liegen diese im oberen Mittelfeld, denn statt das letzte Quentchen aus jeder Grafik zu quetschen arbeite ich trotz der weitgehend flächedeckenden Verbreitung vn DSL noch nach alter 56K-Modem-Faustformel: Grafiken sollten um die 30 KB haben. Zugegeben ich lasse angesichts der DSL-Verbreitung hier und da gerne Mal Fünfe gerade sein und lasse Illustrationen von über 70 KB zu, wenn die Qualität und der Inhalt der Grafik dies rechtfertigen.

Aus einem sehr persönlichen Bedürfnis heraus, komme ich der gefühlten Ladezeit entgegen. Wieder war mein persönliches Surfverhalten ausschlaggebend: Ich warte nicht bis eine Site vollständig geladen ist, wenn ich auf halber strecke schon zum nächsten Navigationspunkt steuern kann um meine eigentliches Ziel zu erreichen. Ich freue mich wenn ich möglichst wenig vom häßlichen CSS-freien Design (sprich das browserinterne CSS) sehe, wobei es in erster Linie Schriftgrößen, ~form, harte Kontraste und die fade Farblosigkeit sind, die mich stören und das lässt sich mit einer Anweisung ganz vorn in den Styles schnell ändern. Da ich selbst zu den Zeiten, als Tabellenlayout state of the art waren, kaum bis nicht verschachtelten Tabellen im Einsatz hatte (getrommelt und gepfiffen sei ein Siteversuch bei dem ich mittels vier oder mehr verschachtelten Tabellen die Hochsprung-Sportergebnisse in eine als Hochsprungmatte gestaltete Tabelle schreiben wollte … mein alter Mosaik, Netscape und IE 3.0 waren hoffnungslos überfordert und das Seitenkonzept musste so schön die Optik auch war, verworfen werden.) und selbstredend habe, … langer Rede blah: mit tabellenlosen Designs ist der Inhalt ohnehin unter 8 Sekunden auf dem lokalen Rechner, es sei denn man hat monsterlangen Inhalt … und den zerglieder ich dann doch lieber auf mehre Seiten. Wieder mein persönliches Surfverhalten: Ich verabscheue es, wenn ich mit der Maus einen Skrollbalken jagen muss, der vor meinen Augen kleiner und kleiner wird, bis er kaum noch zu bedienen ist.

Der Rest ist Klarheit in der Navigation und da hat der Kunde das letzte Wort. Der typische Surfer der Zielgruppe muss sich auf der Site zurecht finden, nicht ich. Sprich hierzu habe ich keine feste Meingung — wenn es um Navigation und Sitestruktur geht, da gibt es keine goldene Regel.

Fazit: Aufwand zu Sitespeed stehen in einem gesunden Verhältnis, wenn man sich anpaar einfache Faustregeln hält:

  1. Keine Layouttabellen
  2. Grafiken um ca. 30KB
  3. Beste Reihenfolge: Überschrift, Teaser, Hauptnavigation, Seiteninhalt, Brotkrumenlinks, Kontakt+Sitemaplink, Sekundärnavigation, Deko-Header, Footer, Dekoration
    Warum diese Reihenfolge?
    Es klärt einige Dinge: Was ist auf der Site, beitet die Vericherung, in keiner Sackgasse zu sein, der Inhalt kommt möglichst früh, Orientierung und vertieftes Surfen folgen frühstmöglich, und der Anbieter und Dekorativer Schnickschnack als Sahnehäubchen folgen zuletzt.
  4. CSS: erst Farbe und Schrift, dann Positionierung der Inhalte

Und ganz nebenbei freut es mich, dass an Jacob Nielsens Autorität gekratzt wurde … 😀

Leave a Reply