Vom gehypten Schlagwort zum großen Nepp ist es nur ein Klick

tempa wrote this 21:56:

Na, heute schon ein Kilo Barrierefreiheit gekauft? Darf’s ein Modülchen mehr sein?

Typo3 barrierefrei – Schüttelreim oder große Kunst?

Fazit: Das gilt wohl für vieles und Barrierefreiheit muss man wollen. Danach ist es fast egal welches Werkzeug man verwendet. Das eine mag einen besser unterstützen als das andere, letztlich aber geht es darum sich um das Verstehen der Zusammenhänge zu bemühen. Internet ist nicht nur das, was wir an der Oberfläche sehen, sondern eben auch das was wir unter der Decke vorfinden, so dass die Ausgabegeräte und Verwertungssysteme dieses optimal nutzen können und damit letztlich auch die Menschen, die nun wiederum Nutznießer und Anbieter sind, die zusammenfinden wollen … oder nicht?

Nepp trägt immer dort besonders reiche Früchte, wo Leichtgläubigkeit und mangelndes Interesse für Zusammenhänge vorherrschen.

6 Responses to “Vom gehypten Schlagwort zum großen Nepp ist es nur ein Klick”

  1. creisi Says:

    Man muss Barrierefreiheit nicht nur wollen, sondern auch viel Zeit investieren, um zu lernen und zu verstehen. Es gibt da sehr viele Stolpersteine und oft keine fertigen Lösungen dafür, die für alle ideal sind. Alleine mit W3C-Konformität ist es noch nicht gemacht, obwohl das schon viel nützt, aber ist eben nur der erste Schritt. Danke für diesen Artikel, ich hätte es nie so gut ausdrücken können 😉 Und ja, vieles im Internet schimpft sich heutzutage barrierefrei und entpuppt sich schon bei einem oberflächlichen Blick als leere Worte 🙁

  2. tempa Says:

    Nicht jede Barriere kann oder sollte ich von der Website lösen. Sicher longdesc sollte ich liefern, Sprachauszeichnungen und Kennzeichnen der Abkürzungen sind nett. Kontrastreich ist nett …

    Aber irgendwann muss ich auch die Entscheidung treffen, ob ich nicht auch einen Teil für die mache, die Geschicklichkeit, Intelligenz, die Technik und die Mittel haben, mein Angebot wahrzunehmen. ich kann und will nicht dies ganze Menschheit unter dem Blickwinkel einer Behinderung betrachten und diesen eine Präsenz bieten, die seine Möglchkeiten nicht ausschöpft, weil ein Teil der Menschen nicht den Zugang hat.

    Barrierefreiheit muss man wollen und dann entscheiden, welchen Grad man liefern möchte und an welcher Grenze man die Verantwortung des Zugangs wieder Spezialisten zuweist, die Geräte und Dienstleistungen für Behinderte anbieten.

    Das Wesen einer Behinderung ist es, dass man mit ihr leben und sich mit ihr arrangieren muss. Ich denke eine Seite so zu gestalten, dass der Aufwand vertretbar ist, dass die Seiteninhalte zugänglich bleiben ist ausreichend. Bis ins letzte Quentchen muss nicht sein.

    Die Jumpmarke ist hierfür ein gutes Beispiel. Es ist nicht schwer verschiedene Sprünge per Browser vorzusehen. Es in der Seite zu haben ist nicht wirklich erforderlich.

    Liquide Breite. Egal wie liquide ich die Seite mache, ich werde immer an die Grenzen der Barriere stoßen und immer schneller als mir lieb ist. Die Gefahr fehlender Parameter ist sogar größer, dass der Zugang erschwert wird. Lesbarkeit von Texten.

    Z.B. in diesem Blog immer noch suboptimal gelöst, obwohl die Breite stimmt. Aber die Lücken durch den Blocksatz behindern die Lesbarkeit und auch sind meinem Empfinden nach die Kontraste zu hart die Abstände der Zeilen zu eng. Damit ist das Blog mit einer Barriere behaftet, die die Norm betrifft und nicht den Menschen, der per Gesetz als Behindert eingestuft wird.

    Ich hatte bislang noch nicht die Muse, den Missstand zu beheben. Ich empfinde ihn als tollerierbar. Ich will es also in gewisser weise genau so. 😉

  3. TYPO3 Says:

    Barrierefreiheit wird schwerstens überbewertet. Ökonomische Prinzipien dürfen dabei doch nicht übergangen werden – oder gibt es bald keine Treppen mehr, weil da ja keine Rollstühle drauf fahren dürfen?

    Und TYPO3 ist ja auch nicht automatisch barrierefrei. Da muss man dann schon noch ein wenig nachhelfen.

  4. tempa Says:

    Ökonomie ist kein für sich allein stehender Wert. Ökonomie sollte nicht sich gegen Humanität richten dürfen.

    Es ist außerde, nicht schwer hinreichend Barrierefreiheit zu gewährleisten. Die Wirtschaftlichkeit leidet nur geringfügig, wenn überhaupt.

    Das Diktat der Ökonomie hat bereits viel an Lebensqualität zerstört. Ich – für meinen Teil – sehe mich auch in der Verantwortung für eine Lebensgemeinschaft in der eine hohe Lebensqualität für alle angestrebt wird.

    Traurig, dass so etwas einfaches wie Barrierearmut (auch bekannt unter dem Begriff Barrierefreiheit) so stark bekämpft wird.

  5. ASDD Says:

    Grundsätzlich stimme ich zu. Doch ökonomische Prinzipien gehören nun mal dazu. Negative Beispiele gibt es viele

    …so wie bei dem bekannten Hersteller von Grafikkarten, der nach WAI-Richtlinien barrierefreiheit auf der neuen Website wollte – LYNX-optimiert für Screenreader – also für Blinde optimiert. Da soll also ein Produkt für Sehende nun auch Blinden schmackhaft gemacht werden…?

    So wird – weil da jemand ist, der sich moralisch selbst verwirklichen, oder aber dem barrierefreiheits-Hype aufgessessen ist – eine nicht zu rechtfertigende Geldverbrennung eingeleitet.

    Allerspätestens da hört für mich barrierefreiheit auf und verblendung fängt an.

  6. tempa Says:

    Vorausgesetzt man hält es für ausgeschlossen, dass Blinde nicht Tablets für Enkel und Mediengestalter kaufen. Vorausgesetzt, dass nicht Blinde gerade mit dem Computer Bilder gestalten können und tatsächlich wissen welche Farbe sie verwenden, denn alle Farben können in gesprochene RGB-Werte übersetzt werden. Der Rest ist taktil und in Bezug auf taktile Wahrnehmung sind Blinde in den meisten Fällen besser trainiert.

    Zugegeben der Markt liegt bei den sehenden doch die Annahme, dass Blinde auf der Seite gar nichts verloren haben, ist inkorrekt. Ich bin nicht der Meinung, dass eine Site in alles Aspekten und in jeder Ecke Zugägnglich sein muss für jeden Menschen.

    Wesentliche Inhalte die barrierearm gestaltet werden können, sollten auch barrierearm gestaltet werden. Das schadet nicht, kostet i.R. nicht mehr und bringt in anderer Hinsicht (Maschinenlesbarkeit, Auswertung) einige Vorteile. Es sollte nicht vergessen werden, dass der überwiegende Teil des Netztes vollautomatisch von Maschinen indiziert wird.

    Hierzu ein wenig erhellendes aus den Richtlinien von Google:

    Use a text browser such as Lynx to examine your site, because most search engine spiders see your site much as Lynx would. If fancy features such as JavaScript, cookies, session IDs, frames, DHTML, or Flash keep you from seeing all of your site in a text browser, then search engine spiders may have trouble crawling your site.

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