Was brauche ich, wenn ich meine Website selbst pflegen möchte?

tempa wrote this 09:01:

Die Frage ist schnell und einfach beantwortet: Kenntnisse und einen Texteditor oder ein Redaktionssystem (CMS)/Webeditor.

Kenntnisse in der Websitepflege

Mit einem guten Template und der Trennung von Inhalt und Gestaltung, benötigt man nur noch wenige HTML-Kenntnisse um Inhalte in eine Seite einzupflegen. Die meisten Texteditoren beherrschen Textbausteine, die man in eine Seite einbauen kann. Z.B. könnte ein Template-Textbaustein wie folgt aussehen:

  1. <?PHP echo '<?xml version="1.1" encoding="iso-8859-1"?>'; ?>
  2. <!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
  3. "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
  4. <html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="en">
  5. <head>
  6. <body>
  7. <div id="header">
  8. <!--[ ###### Kopfzeile ###### ]-->
  9. </div>
  10. <div id="navigation">
  11. <?PHP include(navigation.php); ?>
  12. </div>
  13. <div id="content">
  14. <!--[ ###### Inhalt ###### ]-->
  15. </div>
  16. <div id="footer">
  17. <!--[ ###### Fußzeile ###### ]-->
  18. </div>
  19. </body>
  20. </html>

In dem Beispiel wird die Navigation in einer separaten Datei verwaltet und alle Seiten beruhen auf PHP, das erspart dem Redakteur der Website, dass er bei einer neuen Seite alle Seiten öffnen und aktualisieren muss oder auf eine zentrale Navigation angewiesen ist. Hat man SSI (Server Side Includes) kann man auch die Navigation darüber einfügen und eine Dynamik (hervorhebung der aktuellen Seiten sowie Seitenlinks hierarchisch ein- und ausblenden) z.B. via Perl erzielen.

Je nach Anforderung macht die eine oder die andere Art bzw. eine Kombination (z.B. zentral und linear oder vernetzt und linear oder alle drei) der Vernetzung der Seiten Sinn. Je nach Art der Vernetzung müssen in reinen HTML-Seiten mal mehr mal weniger Seiten erneut geöffnet und bearbeitet werden, ändert sich das Seitengefüge durch zufügen, löschen oder umstrukturieren. (siehe auch Yale Styleguide zum Thema Navigation auf TU-Chemnitz.de und Sitestruktur von selber Quelle)

Navigationsarten

Dergestalt die Arbeit vorbereitet, benötigt der Redakteur nun noch ein grundlegendes Verständnis der folgenden HMTL-Tags: H1-H6, P, PRE, OL, UL, LI, DL, DT, DD, TABLE, TH, TD, IMG, A, DIV, BLOCKQUOTE, Q, CODE, STRONG, EM und SPAN sowie die Attribute 'src', 'href' und 'class'. Die Liste ist kurz und das Regelset dieser Tags nicht allzu kompliziert (siehe hierzu selfhtml: HTML-Kurzreferenz). Wer nun noch die PHP-Datei für die Navigation entsprechend organisiert, kann auch dem Laien mit einem beliebigen Text-/Webeditoren wie z.B. dem Notepad in Windows (mein Favoriten sind PSPad, Weaverslave und Textpad) und FTP die Website-Pflege anvertrauen.

So manchem aber ist das schon zu kompliziert und dem sei ein Redaktionssystem oder Webeditor empfohlen.

Websitepflege mit dem Redaktionssystem (CMS/Webeditor)

Je nach Anforderung bezüglich Websitekomplexität und Größe des Redaktionsteams braucht man ein funktionsreiches Redaktionssystem mit dem Leser, Autoren, Redakteure und Administratoren verwaltet werden können oder Publikationsfristen, Seitenstrukturen, etc. oder aber es ist eine kleine Site und das Redaktionsteam ist klein und in Rufweite, neue Seiten werden fast immer dann publiziert wenn diese auch geschrieben werden und dann genügt ein einfacher Webeditor (gelegentlich auch MiniCMS genannt). Wie in der Textverarbeitung Word stehen dem Autor oder Redakteur Schaltflächen zur Verfügung. Einige Formulare dienen zur Seitenstrukturierung und Benutzerverwaltung. Je nach Komplexität benötigt man für das CMS eine Schulung (Joomla, Drupal, Contenido, Moodle, etc. … ) oder ein 15-minütiges Telefongespräch (Editland, WordPress, Textpattern, …). siehe auch CMSMatrix.org

CMS = Contentmanagementsystem ist der Oberbegriff für diverse Systeme unterschiedlicher Prägung, wobei so mancher CMS mit dem Redaktionssystem gleichsetzt und Webeditoren, die außer Inhalt und Seitenstruktur nichts weiter verwalten können die Bezeichnung CMS absprechen. Genaugenommen ist auch ein Online-Shop ein Contentmanagementsystem ebenso wie ein Weblog, ein Wiki oder eine Community mit Profilen, Chat und Foren. Je umfangreicher der Inhalt, je komplexer die Nutzerrechte, die Kombination/Sortierung von Textbausteinen und Seitengefüge, desto eher empfiehlt sich eine Datenbank, in der all dies verwaltet wird. Welches CMS letztendlich das geeignetste ist, hängt mit dem Website-Pfleger bzw. -Pflegeteam ebenso zusammen, wie mit den Inhalten und deren Flexibilität in Bezug auf Darstellung, Vernetzung, Zuordnung und Publikationszeiten sowie Nutzungsrechten.

Was es mit Seitensystemen/Seitenstrukturen auf sich hat, davon ein andermal mehr …

Ursprünglich gepostet am 6. Dezember 07, 16:13 in meinem Blog “Silkester erzählt”.

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